Deutsche Wirklichkeit verändern in Gelsenkirchen

Viele Wochen Vorbereitung, insgesamt mehrere Stunden Telefonate, ca. 100€, ca. 30 Seiten in der Orga-Mappe und ein rundum gelungener Tag. Das war der 17.09.2009, hier in Gelsenkirchen.

Gestern war nämlich Franziska Drohsel, die Juso-Bundesvorsitzende einen ganzen Tag in Gelsenkirchen und zwar im Rahmen ihrer „Deutsche Wirklichkeit verändern“-Tour. Dabei geht’s darum an Orte zu gehen, an denen Politik nicht so häufig anzutreffen ist und dort die Ängste, Hoffnungen, Perspektiven und Erfahrungen der Menschen kennenzulernen. Das haben wir gestern gemacht und zwar mit 7 verschiedenen Stationen.

Morgens stand zuerst der Besuch in den Gelsenkirchener Werkstätten für angepasste Arbeit an. Der Termin war sehr kurzfristig gelungen, deshalb auch nochmal hier mein Dank an die dortigen Menschen – zuerst haben uns Werksrat-Mitglieder herumgeführt, uns die verschiedenen Werkstätten, Abteilungen und Angebote gezeigt und danach ging’s in einen kleinen Sitzungsraum zu Gesprächen mit dem Werksrat und anderen Mitarbeitern, die uns das Gesehen nochmal theoretisch erklärt haben.

Rundum-Angebot, davon braucht’s viel mehr in unserer Gesellschaft.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Spunk – einem Jugendkulturzentrum in Gelsenkirchen-Ückendorf, betreut durch Falken/Jusos, waren wir bei GAFÖG, einem Berufsbildungsträger und Arbeitsmarktdienstleister hier in Gelsenkirchen.

Dort wurde uns bei leckeren Brötchen & Getränken durch den Geschäftsführer Stefan Lob das Unternehmen vorgestellt, wir konnten unsere Fragen stellen und wurden anschließend vom stv. Standortleiter Thomas Bröckerhoff durch die Metall, Elektro-Abteilung und mit ihm durch die Themengärten geführt. Bei Gesprächen mit Auszubildenden konnte Franziska herausfinden, wie die Jugendlichen an den Job gekommen sind, was sie von ihm halten und auch erfahren, wie es ist, jeden Tag z.B. Metall zu bearbeiten, was sie nur heute gemacht hatte – nämlich einen Schlüsselanhänger hergestellt.

Jetzt stand eine Anti-Atomkraft-Aktion in GE-Buer statt, mit Schutzanzügen und Keks-Kraftwerken konnten wir über unsere Anti-Atomkraft-Postkarten unsere Forderungen klar machen und den Menschen erklären, wie gefährlich Atomkraft und AKW’s sind. Einige interessierte es zwar nicht, der Großteil war aber empfänglich für die Abschaltung der AKW’s: Kein Ausstieg aus dem Ausstieg!

Zum fast vorletzten Termin fuhren wir wieder in die Gelsenkirchener Altstadt, nämlich zum DGB-Haus der Jugend, bei dem uns das DGB-Haus der Jugend von Daniela Bolick und Josef Hülsdünker vorgestellt und gezeigt wurde. Anschließend blieb noch genug Zeit für weitere Gespräche mit Daniela und Josef, bei denen klar wurde: Mehr Solidarität und dafür gemeinsam anpacken!

Im Fritz-Erler-Haus, einem Jugendhaus des Falken-Bauvereins hatten wir jetzt Gespräche mit den dortigen jungen Besuchern und uns wurde das Haus gezeigt. Nach einer kurzen Stärkung ging auch schon der siebte und letzte Punkt des Tages los, nämlich ein Themenabend zum Thema „Gute Arbeit/Ausbildung trotz Wirtschaftskrise?“ mit Franziska Drohsel, Josef Hülsdünker (DGB-Regionsvorsitzender), Joachim Poß (MdB GE), Darko Manojlovic (BP Betriebsrat) und als Moderator Dominic Schneider (Vorsitzender Juso-AG-Hassel).

Hier wurde zuerst auf dem Podium über Fragen wie z.B. „Direkte Wahl des Geschäftsführers in Unternehmen?“ diskutiert, um anschließend zu den per Video aufgenommenen Fragen von Jugendlichen zu kommen und auch den TeilnehmerInnen Gelegenheit zu geben.

Das Video ist gut angekommen und das Angebot zu fragen wurde auch gut genutzt. Am deutlichsten war bei der Beantwortung noch Franziska („Wir haben den demokratischen Sozialismus im Grundsatzprogramm drin und dafür kämpfen wir Jusos auch[…]“).

Das war das erste Mal, dass ich so einen Tag voller Veranstaltung und mit Prominenz organisiert habe und das Größte war es gestern einfach, zu sehen, dass wirklich alles richtig gut und nach Plan geklappt hat. Klar, wir waren bei vielen Terminen länger als geplant, aber wenn man gerade in Unterhaltungen ist, sagt man nicht: „Oh, 15:00. Tschüss!“. Franziska fand den Tag prima und sehr interessant, wir Jusos Gelsenkirchen haben uns gefreut, ihr einen Tag lang Gelsenkirchen zeigen zu können, ich bin, wie gesagt, sehr erleichtert, dass das so gut geklappt hat und habe jetzt zig neue Ideen für die Zukunft aufgenommen und ganz ehrlich: Wir Jusos können uns richtig darüber freuen, dass wir so eine tolle, menschliche Bundesvorsitzende haben.

Danke nochmal an Franziska, dass sie den ganzen Tag hier war, danke nochmal an Sebastian Watermeier, dass er beim Thema Mobilität die größte Rolle gespielt hat. Das nächste mal habe ich neben Schmerz-Tabletten, Kohle-Tabletten und Hals-Tabletten auch etwas gegen Wespenstiche dabei. Versprochen.

Mehr Fotos unter: http://www.facebook.com/photo.php?pid=30356590&l=c6811e4a82&id=1354744791

Auch Franziska Drohsel hat gebloggt.

Danke an Sonja Pawlowski, Dennis Zitzewitz, Christian Albrecht und Pascal Szewczyk für Fotos & Banner.